Wahl der Wunschklinik


Das richtige Krankenhaus finden
Wahl der Wunschklinik
Syda Productions/Shutterstock
Für einen angenehmen Aufenthalt will die Wahl der Klinik gut durchdacht sein.

Jeder zweite Klinikaufenthalt ist geplant. Wie Betroffene die beste Klinik für sich finden, erklärt Gregor Bornes, Patientenberater im Gesundheitsladen Köln e.V., seit 1999 Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen und Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss.

Herr Bornes, angesichts einiger Bestechungsskandale vor einigen Jahren wurde die Krankenhauswahl wieder thematisiert. Können Sie kurz erklären, was dahinter steckte?

Der Skandal wurde ausgelöst durch Bekanntwerden von Prämienzahlungen, die Krankenhäuser an niedergelassene Ärzte für die Zuweisung von Patienten erhielten. Der Verdacht kam auf, dass die Ärzte die Einweisung nicht unter dem Gesichtspunkt der bestmöglichen Versorgung ihrer Patienten im Krankenhaus, sondern vor allem aus eigenem finanziellem Interesse entschieden. Man muss dazu wissen, dass viele Patienten sehr auf die Empfehlung des Arztes vertrauen. Manche halten sie sogar für eine Anordnung.

Tatsächlich darf jeder Patient frei wählen, in welchem Krankenhaus er sich behandeln lässt, oder gibt es da Einschränkungen?
Nein, nein, jeder Patient darf frei wählen, in welches Krankenhaus er gehen möchte. Für gesetzlich Versicherte besteht nur die Einschränkung, dass das Krankenhaus zugelassen sein muss zur Abrechnung mit der Krankenkasse. Außerdem werden Fahrtkosten nur dann erstattet, wenn für die notwendige Behandlung kein anderes Krankenhaus in der Nähe liegt.
Woher sollen die Patienten wissen, welches Krankenhaus für sie das beste ist? Eigentlich sollte man doch annehmen dürfen, dass man überall so gut wie möglich behandelt wird.
Viele Dinge kann der Patient nur selbst entscheiden. Zum Beispiel ist es für viele sehr wichtig, dass sie im Krankenhaus Besuch bekommen können. Dann kann das Krankenhaus nicht allzu weit weg vom Wohnort sein. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass in jedem Krankenhaus ein Bemühen um eine gute Versorgung vorhanden ist. Andererseits haben Krankenhäuser ein Interesse, die eigene Einrichtung auszulasten. Je schwieriger die geplante Behandlung oder je seltener die Erkrankung ist umso wichtiger ist es, ein Krankenhaus aufzusuchen, das darauf spezialisiert ist. Im Internet oder mit Hilfe von Patientenberatungsstellen kann man heutzutage eine Menge Informationen über die Angebote von Krankenhäusern bekommen.

Die meisten Patienten gehen sicher trotzdem einfach in das nächstgelegene Krankenhaus. Wann ist das problematisch?Das ist zum Beispiel dann problematisch, wenn das Krankenhaus die geplante Behandlung nur sehr selten macht oder ein Patient mehrere Erkrankungen hat und das Krankenhaus zwar die geplante Behandlung beherrscht, die anderen Erkrankungen aber nicht gut begleiten kann.
Zurück zum Thema Informationssuche im Internet. Wie funktionieren die Internet-Portale zur Kliniksuche und woher kommen deren Informationen zur Qualität der Klinik?
Krankenhaus-Such-Portale wie die Weisse Liste bekommen Daten von einer zentralen Sammelstelle für Qualitätssicherung, dem Gemeinsamen Bundesausschuss. Die Krankenhäuser müssen diese Daten abgeben im Zusammenhang mit ihrer Verpflichtung Qualitätssicherung zu betreiben.
Sind diese Qualitätsberichte immer aktuell und wahrheitsgemäß?
Die Daten werden nur alle zwei Jahre aktualisiert und sind dann bereits über ein Jahr alt. Die Verzögerung entsteht durch die Sammlung und Prüfung der Daten. Man muss davon ausgehen, dass die Daten von den Krankenhäusern korrekt erhoben werden, es entstehen aber bei den komplizierten Prozessen der Abgabe und der Zusammenführung der Daten auch immer wieder Fehler.

Gibt es eine andere, bessere Quelle?
Es gibt sehr unterschiedliche Portale. Manche arbeiten mit zusätzlichen Informationen wie Rückmeldungen von Patienten oder Informationen und Einschätzungen von den einweisenden niedergelassenen Ärzten. Beispiele dafür sind das Portal der Techniker Krankenkasse und das unabhängige Suchportal Medmonitor. Die Krankenhäuser müssen zudem nicht alle Daten, die im Rahmen von Qualitätssicherung erhoben werden, veröffentlichen. Angaben über die Ergebnisqualität von Behandlungen fehlen bisher völlig. Es gibt aber zunehmend Tendenzen, auch von den Krankenhäusern, alle Daten der Öffentlichkeit zu präsentieren.

An wen können sich Patienten wenden, die sich im Internet nicht auskennen? Gibt es überall Beratungsstellen?

Es gibt in vielen größeren Städten Patientenberatungsstellen. An sie können sich Patienten wenden, die sich im Internet nicht so gut auskennen oder mit den Ergebnissen der Suchportale nichts anfangen können. Die meisten Stellen findet man bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Sie hat bundesweit 30 Niederlassungen und bietet kostenlose Beratung an.

Die Weiße Liste bietet Patienten Orientierung und fundierte Etscheidungshilfen für Krankenhäuser.

News

Jedes Nikotinprodukt ist ungesund
Jedes Nikotinprodukt ist ungesund

Von Zigarette bis Beutel

Nikotin gibt es in verschiedensten Formen: Von der klassischen Zigarette über E-Zigaretten bis zum Nikotinbeutel. Doch keine Form ist harmlos.    mehr

Soziale Medien für Kinder verbieten!
Soziale Medien für Kinder verbieten!

Weil sie krank und dumm machen

Soziale Medien machen Kindern und Jugendlichen zunehmend Probleme, warnt ein Kinder- und Jugendarzt. Er fordert deshalb ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre – doch Verbote allein reichen seiner Ansicht nach nicht aus.   mehr

Gehtraining ist Nr. 1 bei pAVK
Gehtraining ist Nr. 1 bei pAVK

Durchblutung verbessern

Bei der „Schaufensterkrankheit“ kann Bewegung die Gehfähigkeit deutlich verbessern. Auch wenn die Beine beim Laufen schmerzen, ist gezieltes Training wichtig. Doch es kommt darauf an, richtig zu trainieren – und Warnzeichen ernst zu nehmen.   mehr

Tabuthema Harninkontinenz
Tabuthema Harninkontinenz

Peinliche Momente müssen nicht sein

Viele Frauen im mittleren und höheren Alter leiden unter unkontrolliertem Urinverlust, doch kaum eine spricht mit ihrer Ärztin über das Thema. Möglichkeiten zu Vorbeugung und Behandlung der Inkontinenz zeigt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf.   mehr

Hilft Johanniskraut bei Depressionen?
Deprimierter Mann blickt auf eine Pillendose. Wenn Antidepressiva keine Option sind, können Depressive eine Therapie mit Johanniskraut versuchen.

Antidepressivum aus der Natur

Pflanzliche Wirkstoffe sind nicht zu unterschätzen – in einigen Fällen können sie durchaus mit ihren chemischen Verwandten mithalten. So zeigen zum Beispiel Studien mit Johanniskraut, dass der Pflanzenextrakt in einigen Fällen ähnlich gut wie synthetische Antidepressiva hilft.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Starkenburg-Apotheke
Inhaber Karl Steiner
Telefon 06252/46 96
Fax 06252/63 62
E-Mail wir@starkenburgapotheke.com