Flüssigkeitsbedarf bei Fieber


Wieviel Wasser Kinder brauchen
Flüssigkeitsbedarf bei Fieber

Ein fieberndes Kind braucht mehr Flüssigkeit als sonst. Wie viel genau, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwerte für die tägliche Wasserzufuhr durch Getränke bei gesunden Kindern:

  • 1-4 Jahre: 820 ml
  • 4-7 Jahre: 940 ml
  • 7-10 Jahre: 970 ml
  • 10-13 Jahre:1170 ml
  • 13-15 Jahre: 1330 ml

Hinzu kommen je nach Altersklasse zwischen 400 und 800 ml Flüssigkeit, die durch feste Nahrung aufgenommen werden. Die Empfehlungen zur Flüssigkeitsaufnahme gelten für gesunde Kinder mit einer normalen Körpertemperatur zwischen 36,1 und 37,8 Grad Celsius (°C).

Wie viel Wasser braucht ein fieberndes Kind?
Ein fieberndes Kind verliert über die Atmung und das Schwitzen mehr Wasser als im gesunden Zustand. Sein Flüssigkeitsbedarf ist deshalb erhöht. Pro °C über der normalen Körpertemperatur steigt der Flüssigkeitsbedarf eines Kindes etwa um 10 bis 15 Prozent, berichtet der BVKJ. Das bedeutet, ein fieberndes Kind mit einer durchschnittlichen Körpertemperatur von 39,5°C braucht etwa 30 Prozent mehr zu trinken.

„Eltern sollten ihrem kranken Kind kühle Getränke in kleinen Portionen, evtl. auch löffelweise, anbieten“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom BVKJ. „Ein kleines Kind unter 10 Kilogramm Körpergewicht sollte bei Fieber etwa 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Ein Kind mit Durchfall oder einer chronischen Grunderkrankung kann andere Mengen benötigen. Ihr Kinder- und Jugendarzt berät Sie gerne.“

Wann spricht man von Fieber?

Die Körpertemperatur eines gesunden Kindes schwankt natürlicherweise im Tagesverlauf: Gegen 18 Uhr ist sie am höchsten und etwa um 4 Uhr morgens am niedrigsten. Liegt die Temperatur zwischen 37,6 und 38,5°C, hat das Kind erhöhte Temperatur. Ab 38,5°C spricht man von Fieber, bei über 39°C hat das Kind hohes Fieber. Bei manchen Kindern können schon Temperaturen zwischen 38,0 und 38,5° C auf eine Erkrankung hinweisen. Neben Infekten kann ein Kind auch durch Toben, zu warme Kleidung oder durch ein warmes Bad kurzfristig erhöhte Temperaturen zeigen. Am zuverlässigsten lässt sich Fieber über den Po mit einem leicht eingefetteten Thermometer messen.

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es handelt sich um eine regulierende Antwort des Körpers auf Infektionen. Denn bei einer erhöhten Körperkerntemperatur sind viele Abwehrsysteme des Körpers wirksamer als bei Normaltemperatur.

Wann zum Arzt?

Der BVKJ rät: Eltern sollten mit ihrem Kind sofort zum Kinder- und Jugendarzt oder in die Notfallbehandlung einer Kinderklinik fahren, wenn das Baby unter sechs Monaten alt ist. Vor allem in den ersten drei Lebensmonaten kann Fieber durch schwerwiegende Infektionen ausgelöst werden.

Wenn das Fieber bei Kindern im Altersbereich zwischen einem halben und 2 Jahren mehr als einen Tag anhält, empfiehlt Dr. Fegeler, die Kinder dem Kinder- und Jugendarzt vorzustellen. Ältere Kinder sollten auf jeden Fall ärztlich untersucht werden, wenn das Fieber länger als 3 Tage besteht, sich während der Erkrankung der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert oder andere Symptome hinzutreten. „Ist das Kind zum Beispiel schwer zu wecken, der Nacken steif, die Fontanelle [Lücke zwischen den noch nicht verwachsenen Schädelplatten beim Säugling] vorgewölbt oder verhält es sich ungewöhnlich, sollte unverzüglich der Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch, wenn die Atmung erschwert erscheint oder das Kind einen Fieberkrampf hat“, betont Dr. Fegeler.

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