Selbstzahler-Leistungen in Praxen


IGeL-Nutzen gründlich abwägen
Selbstzahler-Leistungen in Praxen

Ob eine gesundheitliche Selbstzahler-Leistung zweckmäßig ist, ist für Patienten nicht leicht zu durchschauen. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) rät dazu, sich im Vorfeld ausführlich zu informieren und die Entscheidung in Ruhe zu treffen.

Nicht jede Untersuchung, die medizinisch sinnvoll ist, wird von den Krankenkassen uneingeschränkt übernommen. Umgekehrt ist allerdings auch längst nicht alles sinnvoll, was Ärzte als Selbstzahler-Leistungen anbieten. Denn in Arztpraxen gehört es inzwischen zum Alltag, Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) zu vermarkten. Für Ärzte sind IGeL lukrativ. Patienten müssen dafür hingegen teils tief ins Portemonnaie greifen. Jährlich geben gesetzlich Versicherte für IGeL in Deutschland geschätzte 1,5 Milliarden Euro aus, berichtet die KKH.

IGeL: eine Einzelfallentscheidung

Bei IGeL handelt es sich in der Regel nicht um dringend nötige medizinische Maßnahmen, häufig dienen sie der Vorsorge oder Früherkennung. „IGeL fallen nicht unter die gesetzlich festgeschriebenen Pflichtleistungen der Krankenkassen, da ihr medizinischer Nutzen nicht ausreichend nachgewiesen ist“, erklärt Harry Konrad vom KKH-Serviceteam. Einige IGeL gelten als zweckmäßig, zum Beispiel Impfungen vor Fernreisen, die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt oder die Früherkennung des Grünen Stars. Andere sind umstritten oder nutzen nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa die große Krebsfrüherkennung für Frauen oder die große Krebsfrüherkennung für Männer. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung, die in Ruhe und unter Abwägung erfolgen sollte.

Erstmal drüber schlafen

Manch einer vertraut seinem Arzt und sagt schnell ‚Ja‘ zu einer angebotenen IGeL. „Doch bei der Entscheidung für oder gegen IGeL sollte sich niemand drängen lassen“, rät Harry Konrad vom Serviceteam der KKH. Patienten müssen die Entscheidung nicht sofort in der Praxis treffen. „Erkundigen Sie sich vielmehr genau bei Ihrem Arzt nach der Notwendigkeit, dem nachweislichen Nutzen, den Risiken und auch den Kosten einer empfohlenen Leistung. Gehen Sie dann nach Hause, schlafen Sie zwei, drei Nächte darüber und entscheiden Sie sich nach Abwägen von Pro und Contra in Ruhe dafür oder dagegen“, empfiehlt Konrad. Wichtig zu wissen: Wer sich für eine Selbstzahler-Leistung entscheidet, sollte darüber vorab einen schriftlichen Behandlungsvertrag unter Angabe der Kosten mit seinem Arzt abschließen.

Hilfreiche Fragen für das Beratungsgespräch beim Arzt:

  • Welchen nachweislichen Nutzen habe ich von dieser Früherkennungsuntersuchung? 
  • Wird eine Krankheit dadurch eher entdeckt als durch die gesetzlich vorgesehene Vorsorge?
  • Sind die Testergebnisse sicher?
  • Wie geht es nach einem „positiven“ Test weiter? Welche zusätzlichen Untersuchungen werden gemacht? Mit welchen Risiken sind sie verbunden?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und welche Risiken hat die Behandlung?

Weitere Entscheidungshilfen finden Patienten unter igel-monitor.de.

News

Warnung vor Tiefkühlbeeren
Warnung vor Tiefkühlbeeren

Keime überleben die Kälte

Tiefkühlbeeren sind lecker und schnell serviert. Doch wer sie direkt aus dem Gefrierfach in Smoothies, Desserts oder andere Speisen gibt, geht ein gesundheitliches Risiko ein: Krankheitserreger können die Kälte überstehen.   mehr

Nitrospray richtig anwenden
Nitrospray richtig anwenden

Bei Brustenge und Herzschmerzen

Wer unter Angina-pectoris-Anfällen leidet, hat meist ein Notfallmedikament als Spray oder Kapsel dabei. Das darin enthaltene Nitrat hilft schnell gegen Brustenge und Herzschmerz. Voraussetzung ist allerdings, dass man es richtig anwendet.   mehr

Dem Testosteron-Abfall entgegen wirken

Mann fährt mit Hund an der Leine auf einem Fahrrad einen See entlang.

Bewegung und Alkoholverzicht

Wechseljahre wie die Frauen haben Männer nicht. Ihr Hormonspiegel sinkt nicht abrupt, sondern nur langsam. Trotzdem leiden viele unter Beschwerden. Und einige wenige benötigen sogar eine Testosteronsubstitution.   mehr

Jedes Nikotinprodukt ist ungesund
Jedes Nikotinprodukt ist ungesund

Von Zigarette bis Beutel

Nikotin gibt es in verschiedensten Formen: Von der klassischen Zigarette über E-Zigaretten bis zum Nikotinbeutel. Doch keine Form ist harmlos.    mehr

Soziale Medien für Kinder verbieten!
Soziale Medien für Kinder verbieten!

Weil sie krank und dumm machen

Soziale Medien machen Kindern und Jugendlichen zunehmend Probleme, warnt ein Kinder- und Jugendarzt. Er fordert deshalb ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre – doch Verbote allein reichen seiner Ansicht nach nicht aus.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Starkenburg-Apotheke
Inhaber Karl Steiner
Telefon 06252/46 96
Fax 06252/63 62
E-Mail wir@starkenburgapotheke.com