Mit 45 geht’s bergab


Gedächtnis schwindet früher als gedacht
Mit 45 geht’s bergab

Bislang ging man davon aus, dass die Geisteskraft des Menschen vor dem 61. Lebensjahr kaum nachlässt. Britische Forscher wiederlegen dies nun. Ihnen zufolge lässt die Geisteskraft bereits ab 45 nach. 

Im Alter lässt der Geist nach

„Da die Lebenserwartung zunimmt, ist es eine der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, den Zusammenhang zwischen geistigem Verfall und Alter zu verstehen“, erklärt die Forschungsleiterin Archana Singh-Manoux. Um das Verständnis zu fördern, werteten die Forscher des University College London die medizinischen Daten von 5198 Männern und 2192 Frauen aus. Die Teilnehmer waren zwischen 45 und 70 Jahren alt. Die Forscher führten mit ihnen je drei Tests durch. Anhand der Testergebnisse bewerteten sie die Erinnerungskraft, den Wortschatz, das Argumentationsvermögen und den Redefluss der Teilnehmer. Diese absolvierten die Tests je einmal zu Beginn, im Laufe und am Ende der Studie. 

Das Ergebnis: Die geistige Fitness lässt bereits im Alter von 45 nach. Die Teilnehmer erinnerten sich mit zunehmendem Alter schlechter, argumentierten weniger logisch und sprachen weniger fließend. Je älter die Teilnehmer, desto stärker ging die geistige Fitness zurück. Beispielsweise verloren Männer zwischen 45 und 49 Jahren 3,6 Prozent ihres Argumentationsvermögens, Männer zwischen 65 und 70 Jahren sogar 9,6 Prozent. Die geistige Fitness der Frauen nahm in den gleichen Altersspannen um 3,6 und 7,4 Prozent ab. Nur der Wortschatz blieb in allen Altersklassen erhalten.

Früher vorbeugen

Die Forscher ziehen aus den Studienergebnisse folgende Konsequenz: Gehirn-Jogging früher beginnen. Denn Übungen, die den Geist fit halten, sind zu Beginn des geistigen Verfalls am wirksamsten. Ratsam ist es deshalb, bereits vor dem 45. Lebensjahr den Geist zu trainieren. So könne man möglicherweise geistigen Krankheiten wie Demenz vorbeugen. Ob eine Medikamenteneinnahme sinnvoll ist, entscheidet sich von Fall zu Fall.

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