Joggen lindert Migräne


Mit Sport die Schmerzschwelle anheben
Joggen lindert Migräne

Fitness-Training baut Stress ab und hebt die individuelle Schmerzschwelle an. Davon profitieren vor allem Kopfschmerzgeplagte und Migränepatienten, wie aus einer Studie deutscher Forscher hervorgeht.

Schmerz wegtrainieren

Mediziner des Universitätsklinikums Kiel untersuchten die Effekte von Sport auf Kopfschmerzen und Migräne. 52 Männer und Frauen, die regelmäßig unter Kopfschmerzen oder Migräne leiden, nahmen über 10 Wochen an einem Trainingsprogramm teil. Eine Hälfte der Teilnehmer joggte dreimal pro Woche für 30 Minuten. Die andere Hälfte ging dreimal wöchentlich für eine halbe Stunde Walken. Die Forscher wählten diese beiden Sportarten bewusst aus: Das Joggen ist eine typische Fitness-Sportart, bei der man schnell aus der Puste kommt und der Puls rasch ansteigt. Das Walken hingegen ist eine moderate Sportart, bei der die Anstrengung langsam zunimmt.

Mehr Sport, weniger Schmerz

Von den 52 Studienteilnehmern hielten 28 den Trainingsplan über zehn Wochen durch. Die Jogger hatten während dieser Zeit 17,2 Prozent weniger Migräneanfälle. Ihre Kopfschmerzstunden gingen um 21,8 Prozent pro Monat zurück. Die Teilnehmer der Walking-Gruppe hatten 1,3 Migräneattacken pro Monat weniger. Die Jogger profitierten von dem Trainingsprogramm somit mehr.

Die Forscher vermuten, dass die Sportler während der Bewegung Stresshormone ausschütten. Diese Hormone dämpfen den Schmerz für eine gewisse Zeit. Denn sie bewirken, dass das Gehirn Endorphine freisetzt, die das Schmerzempfinden blockieren. Dies gilt vor allem für Fitness-Sportarten mit einem hohen Leistungslevel wie Joggen. Die individuelle Schmerzschwelle der Sportler steigt an und die Kopfschmerzen treten seltener und schwächer auf.

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